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Am Tai-Leung-Berg machte Ng Mui Bekanntschaft
mit einem gewissen Yim Lee und dessen Tochter Wing
Tsun, was so viel bedeutet wie schöner
Frühling. Diesem jungen Mädchen hat
das System der Nonne Ng Mui seinen wohlklingenden
Namen zu verdanken.
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Zu jener Zeit lebte die buddhistische
Nonne Ng Mui im Weißen Kranich-Tempel
am Tai Leung-Berg. Dort pflegte sie mehrere
Male im Monat den Marktplatz des nahen Dorfes
zu besuchen, um einzukaufen. An einem Stand
verkaufte das junge Mädchen Yim Wing Tsun
mit ihrem Vater Tofu. Die beiden waren aus ihrer
Heimat in der Kwantung-Provinz geflüchtet,
da ihr Vater unglücklicherweise in eine
Gerichtssache verwickelt war. Als Schüler
des Shaolin-Klosters hatte er, Yim Lee, einige
Kampftechniken erlernt und sorgte in seiner
Gegend für Gerechtigkeit, wenn es sich
als nötig erwies. Dadurch geriet er in
Schwierigkeiten, die ihn zwangen, seine Heimat
zu verlassen und an die Grenze der Provinzen
Szechwan und Yunnan zu fliehen und sich am besagten
Tai Leung-Berg niederzulassen.
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Yim Wing Tsun enwickelte sich zu einem aufgeweckten
und hübschen Mädchen. Ihre Schönheit
und ihr freundliches Wesen sollten aber auch die Ursache
für ein schlimmes Problem werden. Im Ort gab
es einen notorischen Schläger namens Wong, der
ständig Streit suchte. Aber die Dorfbewohner
konnten ihm nichts anhaben, da er ein Kung Fu-Experte
war und einer Geheimgesellschaft angehörte. Angezogen
von der Schönheit Yim Wing Tsuns hielt er um
ihre Hand an. Doch Wing Tsun war schon als kleines
Kind dem Jüngling Leung Bok Chau, einem Salzkaufmann
aus Fukien, versprochen. Wong schickte ihr daraufhin
einen Boten, setzte ihr eine Frist und drohte Gewalt
anzuwenden, falls sie sich ihm verweigerte. Vater
und Tochter lebten also in großer Sorge um ihre
Zukunft.

Ng Mui war im Laufe der Zeit zur regelmäßigen
Kundin von Yim Lee geworden und unterhielt sich oft
mit den beiden. Eines Tages erkannte sie, dass die
beiden von großen Sorgen gequält wurden.
Auf ihre Fragen erzählte ihr Yim Lee alles. Ng
Mui hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn
und beschloss, Wing Tsun zu helfen. Aber sie wollte
den Bösewicht nicht selbst bestrafen, da sie
einerseits nicht ihre Tarnidentität aufgeben
wollte, andererseits wäre ein Kampf zwischen
ihr, der berühmten Meisterin aus dem Shaolin-Kloster,
und einem unbekannten Dorfschläger unfair und
ruhmlos gewesen. Deshalb wollte sie Yim Wing Tsun
helfen, indem sie ihr die Kunst des Kämpfens
beibrachte. Nach nur drei Jahren Privatunterricht
hatte sie die ihr gezeigte Methode gemeistert. Ng
Mui schickte sie nach der Ausbildung im Weißen
Kranich-Tempel wieder zurück zu ihrem Vater.
Kaum kehrte Wing Tsun ins Dorf zurück, wurde
sie wieder von dem Schläger Wong bedrängt.
Dieses Mal lief sie nicht vor ihm davon, sondern forderte
ihn zum Kampf auf. Der Rowdy war sich seines Sieges
sicher und freute sich darauf, das schöne Mädchen
endlich zu erringen. Aber er sollte sich getäuscht
haben, denn Wing Tsun schlug ihn zu Boden, wo er hilflos
liegen blieb.
Nachdem Wing Tsun den Schläger besiegt hatte,
setzte sie ihre Kampfübungen fort. Als Ng Mui
beschloss, wieder weiterzureisen, ermahnte sie Wing
Tsun, einen würdigen Nachfolger zu finden und
nur die richtigen Schüler zu unterweisen.
Mehr Infos unter: WINGTSUN
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